Schöneck. Dass Martin Luther seine 95 Thesen an die Schlosskirche zu Wittenberg geschlagen haben soll, ist zwar historisch umstritten. Dennoch gibt es kaum ein bekannteres Ereignis der Reformationsgeschichte. Luthers Thesen(an)Türen werden ab dem 26. März auch in Kilianstädten und Oberdorfelden zu sehen sein.
Acht künstlerisch gestaltete Türen werden in den Schönecker Ortschaften verteilt, bringen die Thesen „unter die Leute“, erinnern an die Reformation und laden ein, sich mit Luthers Thesen auseinander zu setzen. In acht Gottesdiensten über das Jubiläumsjahr 2017 verteilt werden die Thesen vorgestellt und bedacht. Welche Bedeutung kommt ihnen heute noch zu? Aber nicht nur Luthers Thesen sind auf der Türinstallation zu lesen. Gemeindeglieder selber haben zu Beginn des Jubiläumsjahres eigene Thesen zu Kirche und Religion formuliert, die ebenfalls auf den Türen zu lesen sind. Das Volk lässt sich aufs Maul schauen.
Die Idee einer Türinstallation wurde im März 2016 im Rahmen der Kick off Veranstaltung zum Doppeljubiläum geboren und von den Kreativen Hanne Meyer und Elisabeth Stüve in die Tat umgesetzt. Unter Mithilfe von Beate Kolberg und einigen Konfirmanden wurden zunächst acht gewöhnliche Türen geweißt, Thesentexte ausgewählt und in Druck gegeben. Nach Fertigstellung der acht Türen sieht man einen Mönch unter dem Banner „500 Jahre Reformation“ von einer Tür zur anderen eilen, mit dabei die 500 Jahre nach der Reformation geschriebenen Thesen Schönecker Gemeindemitglieder. Die Grafik des „Wandermönchlein“ wurde freundlicherweise von Diakon Manfred Zoll / Kirche unterwegs zur Verfügung gestellt. „Der wandernde Mönche drückt Dynamik, Freude und Bewegung aus“, sagen Elisabeth Stüve und Hanne Meier, „ die Reformation begann mit dem Thesenanschlag 1517 und kommt auch nach 500 Jahren nicht zum Stillstand. Auch 2017 formulieren evangelische Christen ihre Vorstellungen und fühlen sich Luthers Thesen eng verbunden.

Erstmalig werden die Türen der Öffentlichkeit im Gottesdienst „Luther kursorisch“ am 26. März um 10.30 Uhr in der Ev. Kirche in Oberdorfelden präsentiert. Mit diesem Gottesdienst endet die vom evangelischen forum hanau+ ausgerichtete Veranstaltungsreihe zu Kernthemen der Reformation und des christlichen Glaubens heute unter der Leitung von Dr. Steffen Merle. In den zwei darauffolgenden Wochen wird die Türinstallation in Schöneck/Kilianstädten am Platz der Republik aufgebaut. Bis zum Reformationstag 2017 werden die Türen dann dezentral für sich in Schöneck aufgestellt. Letztendlich werden die Türen dann den künstlerischen Rahmen des Festgottesdiensts zur Reformation am Dienstag, den 31.10. 2017 mit Pfarrerin Johanna Ruppert in der ev. Kirche in Kilianstädten bilden.

© 2014 Ev. Kirchengemeinde Kilianstädten-Obdf.
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